Wiederentdeckung einer lange vermissten Leidenschaft

Am Freitag, 13. August, startet mit der Mittelrheinliga-Partie des 1. FC Düren gegen Viktoria Arnoldsweiler nach monatelanger spielfreier Zeit die Saison im Fußball-Verband Mittelrhein. Anlässlich des Eröffnungsspiels rücken auch die Bemühungen um Hilfe für die Flutopfer und den Kampf gegen die Pandemie in den Blickpunkt.

Auch wenn seit dem letzten Pflichtspiel 2020 mehr als ein Dreivierteljahr vergangen ist, braucht Giuseppe Brunetto nicht eine Sekunde, um sich Ort und Zeit ins Gedächtnis zu rufen. „Es war das DFB-Pokalspiel beim FC Bayern am 15. Oktober“, sagt der Coach des Mittelrheinligisten 1. FC Düren. Ein absolutes Highlight sei das Erstrunden-Match in der Allianz-Arena gewesen – trotz des 0:3, schwärmt Brunetto. Dem Highlight folgte allerdings eine monatelange Zwangspause, weil die Bekämpfung der Corona-Pandemie eine Fortsetzung des Spielbetriebs in den Amateurligen unmöglich machte.

Ein Derby zum Auftakt

Diese Zeit endet nun am Freitag, wenn um 19 Uhr mit der Begegnung zwischen dem 1. FC Düren und Viktoria Arnoldsweiler die Spielzeit am Mittelrhein offiziell eröffnet wird. „Das Dürener Derby ist ein fußballerisches Highlight zum Start der neuen Saison“, erklärt der Vorsitzende des Verbandspielausschusses, Markus Müller.

Auch Viktoria-Trainer Thomas Virnich blickt dem Anpfiff voller Begeisterung entgegen. „Wir haben den Ligabetrieb extrem vermisst. Wir werden jede Sekunde dieses Derbys bei dem schönen Rahmen aufsaugen“, kündigt er an. Brunetto, sein Pendant beim 1. FC Düren, spricht von einer „riesigen Vorfreude“.

Rückkehr unter besonderen Umständen

Gleichwohl ist allen Beteiligten bewusst, dass es eine Rückkehr unter besonderen Umständen ist. Die Corona-Panddmie hat rund um den Globus nicht nur den Alltag massiv verändert und für wirtschaftliche Schwierigkeiten gesorgt, sie hat auch viele Todesopfer gefordert. Und sie ist noch nicht vorüber. Im Westen Deutschlands sorgte dann im Juli die Flutkatastrophe für Leid anderer Art. In vielen Ortschaften wurden gewöhnlich harmlose Bäche und Flüsse nach stundenlangem Starkregen zu reißenden Strömen, die für immense Zerstörung sorgten und Menschenleben kosteten.

Der Fußball mit seinen Vereinen, Verbänden, Ehrenamtler*innen und Aktiven ist nun in besonderer Weise gefordert. Er muss mehr sein, als eine nette Abwechslung. Er muss seine Kraft entfalten und erneut beweisen, zu jenem Kitt zu gehören, der die Gesellschaft zusammenhält. FVM-Präsident Bernd Neuendorf ist vom Gelingen überzeugt. „Das verheerende Ausmaß der Jahrhundertflut ist bedrückend und niederschmetternd. Gleichzeitig war und ist es beeindruckend zu erleben, wie viele Helfer*innen in den Hochwassergebieten anpacken, wo Unterstützung benötigt wird. Unkompliziert. Handfest. Wirksam. Auch Fußballmannschaften und Sportvereine haben vor Ort Hilfe geleistet. Der vielbeschworene Teamgeist ist hier in besonders beeindruckender Weise zu spüren.“

Spendenkonto eingerichtet

Da vielerorts Plätze und Vereinsheime zerstört sind, wird der FVM betroffenen Vereinen mit langfristigen Hilfsangeboten zur Seite stehen. Dazu wurde eigens ein Spendenkonto eingerichtet. Für diese Art der Unterstützung wird bei der Saisoneröffnung geworben. Es wird außerdem ein Informationsstand der Anlaufstelle für betroffene und hilfebietende Personen eingerichtet und eine Spendenbox aufgestellt werden.

Mit einer Sonderimpfaktion stellt man sich am Freitag auch den Herausforderungen der Pandemie. Besucher der Partie an der Westkampfbahn können sich in eigens aufgestellten Zelten in der Nähe des Vereinsheims von 17 bis 22 Uhr die wichtige Corona-Schutzimpfung geben lassen. Zur Verfügung stehen die Impfstoffe von Biontech und Johnson & Johnson. Ein Termin ist nicht erforderlich. Zweitimpfungen sind dort auch möglich. Das Angebot gilt für alle Menschen ab 16 Jahren.

FVM-Präsident Neuendorf befürwortet Impfaktion

Bernd Neuendorf, Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein, befürwortet solche Impfaktionen: „Alle wollen wieder Normalität. Impfen ist der Schlüssel zum Erfolg. Jede geimpfte Person trägt zur Eindämmung des Virus bei und ermöglicht uns allen die Rückkehr in den Fußball, wie wir ihn kennen und lieben. Und zwar mit Jubel und Emotionen, Kampfgeist und Schweiß, Zuschauern auf den Tribünen und an der Bratwurstbude.“

Willen als entscheidender Faktor

Genau das haben auch der Dürener Coach Brunetto und seine Spieler lange Zeit vermisst. „Jetzt sind wir bereit für den Saisonstart, auch wenn die Mannschaft sicherlich noch nicht bei 100 Prozent Leistungsvermögen angekommen ist“, sagt er. Immerhin wolle man im Kampf um die Spitzenplätze des Klassements mitmischen.

In Arnoldsweiler peilen Virnich und seine Jungs Platz fünf an. „Wir wollen zum Auftakt ein unbequemer Gegner für Düren sein“, sagt Virnich. Am Freitag werde der Wille zum entscheidenden Faktor werden. Obwohl mit Jumpei Ebisu und Yunus Kocak wichtige Akteure verletzt fehlen, werde man „genug motivierte Jungs haben, die bereit sind, die nötigen Meter zu machen“ so Virnich, der Dominik Behr und Alexander Hürtgen die Führungsrolle auf dem Platz zutraut.

Diese Aufgabe dürften im Dürener Team der einstige polnische Nationalspieler Adam Matuschyk, David Pütz und Mario Weber übernehmen. Brunetto ist von den Qualitäten seiner Elf überzeugt: „Auch wenn es ein 50:50-Spiel ist, wir sind heiß auf dieses Derby und bereit für die Herausforderungen der Saison, die uns wieder einige Schritte zurück zur Normalität bringt.“

Spendenkonto:

Fußball-Verband Mittelrhein e. V., Kreissparkasse Köln, IBAN: DE09 3705 0299 0081 2811 10

Verwendungszweck: Hochwasser 2021.

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Informationen zu Hochwasserhilfe und Spendenkonto finden Sie hier: https://www.fvm.de/hochwasserhilfe/

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