Wenn der 1. FC Düren an diesem Mittwochabend (19 Uhr) Fortuna Köln empfängt, weht schon ein Hauch von Regionalliga-Flair über die Westkampfbahn. Die Fortunen spielen für gewöhnlich dort, wo die Dürener hinwollen. Gleichzeitig ist es im Viertelfinale des Mittelrheinpokals ein Duell zweier Fußball-Teams, die ihre jeweilige Liga gerne verlassen wollen – nach oben. Die Kölner Südstädter haben die Unterlagen für die Drittliga-Lizenz eingereicht, die Dürener eine solche für die Regionalliga beantragt.

Während der FCD die Tabelle der Mittelrheinliga anführt, ist die Fortuna eine Etage höher in der Verfolgerrolle und in Lauerstellung hinter Rot-Weiss Essen und Preußen Münster, die ebenfalls in die 3. Liga aufsteigen möchten. Doch am Mittwoch zählt ein anderer Wettbewerb. Im Verbandspokal haben Düren und Köln ihre bisherigen Gegner ausgeschaltet. Fortuna Köln schlug in Runde eins Dürens ärgsten Konkurrenten im Aufstiegsrennen, den FC Hennef, mit 4:1. Es folgten in Runde zwei erneut vier Treffer der Südstädter – diesmal beim 4:0-Erfolg beim SC Weiler-Volkhoven (ebenfalls aus Köln, Kreisliga B). Ein Tor mehr erzielte Köln, als es 5:0 im Achtelfinale bei Landesligist Germania Teveren siegte.

Düren hatte den in Summe steinigeren Weg ins Viertelfinale. Der führte über die Mittelrheinliga-Kontrahenten VfL Alfter, Frechen 20 und den ambitionierten und mit Ex-Profis verstärkten Landesligisten Eintracht Hohkeppel. Gegen Alfter zeigte der 1. FC Düren in der ersten Runde eine konzentrierte Leistung. Über 90 Minuten ließ der FCD den Gastgebern lediglich eine Chance. Die Treffer für Düren erzielte die Heimelf selbst – allerdings erzwungenermaßen. Sowohl in der 49. (Marius Decker) als auch in der 79. Spielminute (Michael Thielke) durften die Gäste jubeln. Mit einem überzeugenden 4:1-Heimerfolg überwand Düren danach Frechen 20. Die Gäste gingen zwar in Führung (10., Marcus Wilsdorf), doch danach übernahm der FCD das Heft des Handelns. In Hälfte zwei fiel nicht nur der Ausgleich. Marc Brasnic erzielte das 1:1 (56.) und durch einen Fauxpas des Frechener Schlussmanns hieß es nach 62 Minuten auch 2:1. Klarheit brachte der zweite Brasnic-Treffer (67.) und Vincent Geimer erhöhte auf 4:1 (69.).

Ein hart umkämpfter 3:1-Erfolg beim SV Eintracht Hohkeppel ermöglichte den Einzug ins Viertelfinale. Selbst eine frühe Rote Karte für Hohkeppels Babu Sylla (7., Notbremse) brachte die Heimelf nicht aus dem Tritt. Zum Glück für den FCD ging es aber mit 0:0 in die Pause. Düren kam nach dem Seitenwechsel wacher aus der Kabine, fing sich nun aber das 0:1. Mahmut Temür – ein Dürener im Trikot der Eintracht – erzielte die Führung für Hohkeppel vom Punkt (54., Foulelfmeter). Der FCD antwortete aber schnell und kam durch David Pütz nach einer Ecke zum Ausgleich (58.). Wenige Minuten später markierte Vincent Geimer am langen Pfosten das 2:1 für die Gäste (65.). Geimer war es auch, der letztlich die Begegnung entschied mit seinem Treffer zum 3:1 (80.).

Jetzt genießt Düren als klassentiefere Mannschaft Heimrecht. Der Club hat alle nötigen Vorbereitungen getroffen, die Westkampfbahn für das große Duell fitgemacht, damit ein echter Pokalkracher an der Mariaweilerstraße steigen kann. „Wir brauchen den perfekten Abend, dann ist es an der Westkampfbahn nicht unmöglich, auch so eine Mannschaft zu bezwingen“, sagt Dirk Ruhrig. „So eine Mannschaft“ konkretisiert der Sportdirektor des 1. FC Düren: „Wir treffen auf ein Spitzenteam der Regionalliga, die Tuchfühlung zu Platz eins hat. Nur Anfang März hatte die Mannschaft eine kleine Schwächephase mit einer Niederlage gegen Bonn und einem Unentschieden gegen Homberg.“ Ansonsten besticht die Fortuna mit Konstanz und einem Schnitt von mehr als zwei Punkten pro Spiel. Im wahrsten Sinne des Wortes stechen Ruhrig zufolge die „Türme in der Innenverteidigung“ hervor: Jannik Löhden und Dominik Lanius. Zudem hat Köln vorne den Toptorjäger Sascha Marquet, der in der Liga zwölf Mal traf. Weitere illustre Namen: Maik Kegel, Stipe Batarilo, Dimitry Imbongo und Leon Demaj.

Trotzdem möchte Düren gegen den Favoriten bestehen. „Wir müssen in der Defensive weiter so stabil stehen wie in den sechs Spielen, die wir in diesem Jahr bislang gespielt haben“, prognostiziert Ruhrig. Nur zwei Tore kassierte der FCD – durch ein Eigentor und einen Torwartfehler. Das Team ließ sonst aber nicht viele Möglichkeiten zu: „Das waren vielleicht zehn Torchancen aus diesen sechs Spielen insgesamt.“ Diese Defensivleistungen gilt es zu bestätigen. Was allerdings besser funktionieren muss, damit der Coup gegen den Regionalligisten gelingt, ist die Chancenverwertung. „Da haben wir zuletzt einige dicke Dinger liegengelassen“, sagt Ruhrig. Es müsse eben ein perfekter Abend werden. Ruhrig verspricht: „Wir werden alles in die Waagschale werfen, um Fortuna Köln ein Bein zu stellen.“

Tickets für den Pokalkracher sind an diversen Vorverkaufsstellen erhältlich. Sowohl in den Clubheimen in Niederau (Breitenbend 72, 52355 Düren, täglich außer montags ab 17 Uhr) als auch an der Westkampfbahn (Mariaweilerstraße 81, 52349 Düren, täglich ab 14 Uhr) sowie beim Dürener Lokal-Anzeiger (Kaiserplatz 12-14, 52349 Düren, noch am Montag und Dienstag von 9.30 bis 17 Uhr) können Stehplatzkarten für 10 Euro oder ermäßigt 7 Euro erworben werden. Ermäßigungen erhalten Rentner, Gehandicapte, Studierende, Schüler und Auszubildende. Sitzplatzkarten auf der traditionellen Holztribüne kosten 15 Euro. Gästefans können ihre Tickets im Fanshop am Kölner Südstadion kaufen. Wer das Spiel nicht live im Stadion verfolgen kann, hat die Möglichkeit, es im Livestream unter www.sporttotal.tv/made8703a1 zu gucken. Jörg Schroeder kommentiert das Spielgeschehen.

David Bors (am Ball) lässt seinen Gegenspieler im Testspiel gegen Fortuna Köln stehen. Foto: Manfred Heyne